Ben Morrow darf eine stattliche Anzahl an Titeln international renommierter Kaffee-Wettbewerbe für sich beanspruchen. Dazu kommen über 70.000 Fans, die ihm auf Instagram folgen. Der Australier ist ein ungewöhnlicher Superstar, ein außergewöhnlicher Barista und der geborene Entertainer. Wir haben uns mit ihm über seinen Werdegang, seinen täglichen Kaffeekonsum und – natürlich – Kängurus unterhalten.

Ben, Kaffee ist das bestimmende Element deines Alltags. Wie viel davon trinkst du tatsächlich?

Viel. Vielleicht etwas zu viel. Ich verwende beim Cupping keinen Spuckbecher, weshalb während der Arbeit schon einiges an Kaffee zusammen- kommt. Andererseits trinke ich zu Hause wohl auch einen knappen Liter Kaffee pro Tag. Insofern.

Und wann schläfst du?

Nachts. (lacht). Mein Körper kann mit Kaffee ziemlich gut umgehen.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Meist schwarz. Nicht, dass ich einem wirklich guten Cappuccino abgeneigt wäre, allerdings vertrage ich Milch nicht sonderlich gut, weshalb mein Cappuccino-Limit nach zwei Tassen erreicht ist.

Wann ging deine Faszination für Kaffee los?

Während meines Musik-Studiums habe ich in einem Café in Melbourne gearbeitet, aber schon bald realisiert, dass Letzteres eher meinen Vorlieben entspricht. Je mehr Fragen mir zum Thema Kaffee beantwortet wurden, umso neugieriger wurde ich und umso mehr neue Fragen hatte ich. An Wettbewerben teilzunehmen war letztendlich nur die logische Konsequenz und hat sich strenggenommen über ein paar Umwege wie von selbst ergeben.

Es ist Samstag, du bist alleine zu Hause und lässt dein freies Wochenende mit einem Kaffee beginnen. Latte Art oder keine Latte Art?

Vielleicht ein kleiner Kreis aus Spaß an der Sache. Geht das als Latte Art durch? Wirklich austoben würde ich mich bei einem morgendlichen Kaffee kaum. Da steht der Geschmack ganz klar im Vordergrund.

Würdest du dich als ehrgeizigen Menschen bezeichnen?

Sehr! Auch wenn ich heute nicht mehr so verbissen an die Sache herangehe wie zu Beginn meiner Karriere.

Australiern eilt ein tiefenentspannter Ruf voraus. Wie behältst du während eines Wettkampfs eine ruhige Hand?

Nervös zu sein, gehört dazu. Vor allem zu Beginn. Stress ist ein spannendes Thema. Während die einen positiv damit umgehen und davon profitie- ren können, geht bei Menschen, die negativ darauf reagieren, schnell alles den Bach runter. Wem es gelingt, den Schalter umzulegen, wird unter Stress und Nervosität auch keine blöden Fehler mehr machen.

Ben Morrow, die Rampensau?

Es gab Zeiten, da war es mir sehr wichtig, im Rampenlicht zu stehen. Heute genieße ich es … hätte aber auch kein Problem damit, wenn es irgendwann nicht mehr so ist.

Gibt es Equipment, mit dem du besonders gerne arbeitest?

Die zurzeit wohl beste Maschine auf dem Markt ist in meinen Augen die aktuelle Linea PB Brew Ratio von La Marzocco, einfach weil sie extrem genaues Arbeiten erlaubt. Mit der Linea FB70 verbindet mich eine Hassliebe. Sie verfolgt mich schon mein ganzes Leben, vom ersten Café, in dem ich gearbeitet habe, bis zur neuen Rösterei, die ich gerade aufbaue. Wohl nicht die beste Maschine von allen –, vor allem nicht, wenn man mit dem schwierigen Melbourner Wasser arbeiten muss – aber wir haben viel Zeit miteinander verbracht und uns aneinander gewöhnt. (lacht).

Welche Rolle spielt die Tasse für perfekte Latte Art?

Die richtige Form und Größe ist extrem wichtig. Ist eine Tasse unten sehr schmal und oben sehr breit, zerläuft das Motiv gerne und breitet sich unregelmäßig aus. Das genaue Gegenteil ist der Fall, wenn die Tasse wie eine Halbkugel geformt ist. Die Azul-Tassen von unserem heutigen Fotoshooting sind zwar verhältnismäßig groß, aber durch die Form ideal.

Du hast unzählige Titel auf unterschiedlichsten internationalen Wettkämpfen abgeräumt. Macht dich einer davon besonders stolz?

Ich denke, die Coffee Masters. Zum einen weil ich darauf am längsten hingearbeitet habe, und zum anderen, weil es mir am meisten Spaß gemacht hat. Dazu kommt, dass die Coffee Masters aus vielen unterschiedlichen Disziplinen bestehen. Das macht den Wettbewerb zwar anstrengend, sorgt aber eben auch dafür, dass er sehr prestigeträchtig ist.

War der Titel Initialzündung für deinen Aufstieg?

Aus heutiger Sicht war der wichtigste Faktor meines Erfolgs Social Media. Als Instagram noch ziemlich neu war, hat mir ein Freund stolz erzählt, dass ihm jetzt 1.000 Menschen folgen. Tja, ich habe die Wette angenommen … und gewonnen (lacht). Niemand hätte damals vermutet, dass es möglich wäre, mit Instagram Geld zu verdienen. In erster Linie hat es einfach Spaß gemacht. Bald kamen erste Anfragen, dann ein paar mehr … heute folgen mir über 70.000 Leute. Damit lässt sich einiges bewegen.

Nordamerika, Europa, Asien … dein Job hat dich um die ganze Welt gebracht. Wo schmeckt der Kaffee am besten?

Zu Hause, in Australien? Auch wenn die restliche Welt gerne überrascht reagiert: Wir haben mehr zu bieten als Kängurus. Wirklich. Kaffee war immer schon ein großes Thema und ist heute größer als jemals zuvor. Außerdem neigen Australier dazu, aus allem das Beste rauszuholen. Der Röster, der Barista … diese Kette setzt sich immer weiter fort und führt am Ende zu einem optimalen Ergebnis.

Wie steht’s um deine Erfahrung mit Kaffee aus Deutschland?

Deutscher Kaffee ist hervorragend. Ich würde sogar so weit gehen, dass einige der besten Röstungen, die ich jemals probiert habe, aus Deutschland kommen. Allerdings teilt sich Deutschland ein Problem mit vielen anderen großen Ländern dieser Welt: Der beste Kaffee ist nicht zwingend überall problemlos verfügbar. Wer allerdings ein wenig danach sucht, findet in Deutschland ganz außergewöhnlich guten Kaffee.

Ben Morrow darf eine stattliche Anzahl an Titeln international renommierter Kaffee-Wettbewerbe für sich beanspruchen. Dazu kommen über 70.000 Fans, die ihm auf Instagram folgen. Der Australier ist ein ungewöhnlicher Superstar, ein außergewöhnlicher Barista und der geborene Entertainer. Wir haben uns mit ihm über seinen Werdegang, seinen täglichen Kaffeekonsum und – natürlich – Kängurus unterhalten.

Ben, Kaffee ist das bestimmende Element deines Alltags. Wie viel davon trinkst du tatsächlich?

Viel. Vielleicht etwas zu viel. Ich verwende beim Cupping keinen Spuckbecher, weshalb während der Arbeit schon einiges an Kaffee zusammen- kommt. Andererseits trinke ich zu Hause wohl auch einen knappen Liter Kaffee pro Tag. Insofern.

Und wann schläfst du?

Nachts. (lacht). Mein Körper kann mit Kaffee ziemlich gut umgehen.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Meist schwarz. Nicht, dass ich einem wirklich guten Cappuccino abgeneigt wäre, allerdings vertrage ich Milch nicht sonderlich gut, weshalb mein Cappuccino-Limit nach zwei Tassen erreicht ist.

Wann ging deine Faszination für Kaffee los?

Während meines Musik-Studiums habe ich in einem Café in Melbourne gearbeitet, aber schon bald realisiert, dass Letzteres eher meinen Vorlieben entspricht. Je mehr Fragen mir zum Thema Kaffee beantwortet wurden, umso neugieriger wurde ich und umso mehr neue Fragen hatte ich. An Wettbewerben teilzunehmen war letztendlich nur die logische Konsequenz und hat sich strenggenommen über ein paar Umwege wie von selbst ergeben.

Es ist Samstag, du bist alleine zu Hause und lässt dein freies Wochenende mit einem Kaffee beginnen. Latte Art oder keine Latte Art?

Vielleicht ein kleiner Kreis aus Spaß an der Sache. Geht das als Latte Art durch? Wirklich austoben würde ich mich bei einem morgendlichen Kaffee kaum. Da steht der Geschmack ganz klar im Vordergrund.

Würdest du dich als ehrgeizigen Menschen bezeichnen?

Sehr! Auch wenn ich heute nicht mehr so verbissen an die Sache herangehe wie zu Beginn meiner Karriere.

Australiern eilt ein tiefenentspannter Ruf voraus. Wie behältst du während eines Wettkampfs eine ruhige Hand?

Nervös zu sein, gehört dazu. Vor allem zu Beginn. Stress ist ein spannendes Thema. Während die einen positiv damit umgehen und davon profitieren können, geht bei Menschen, die negativ darauf reagieren, schnell alles den Bach runter. Wem es gelingt, den Schalter umzulegen, wird unter Stress und Nervosität auch keine blöden Fehler mehr machen.

Ben Morrow, die Rampensau?

Es gab Zeiten, da war es mir sehr wichtig, im Rampenlicht zu stehen. Heute genieße ich es … hätte aber auch kein Problem damit, wenn es irgendwann nicht mehr so ist.

Gibt es Equipment, mit dem du besonders gerne arbeitest?

Die zurzeit wohl beste Maschine auf dem Markt ist in meinen Augen die aktuelle Linea PB Brew Ratio von La Marzocco, einfach weil sie extrem genaues Arbeiten erlaubt. Mit der Linea FB70 verbindet mich eine Hassliebe. Sie verfolgt mich schon mein ganzes Leben, vom ersten Café, in dem ich gearbeitet habe, bis zur neuen Rösterei, die ich gerade aufbaue. Wohl nicht die beste Maschine von allen –, vor allem nicht, wenn man mit dem schwierigen Melbourner Wasser arbeiten muss – aber wir haben viel Zeit miteinander verbracht und uns aneinander gewöhnt. (lacht).

Welche Rolle spielt die Tasse für perfekte Latte Art?

Die richtige Form und Größe ist extrem wichtig. Ist eine Tasse unten sehr schmal und oben sehr breit, zerläuft das Motiv gerne und breitet sich unregelmäßig aus. Das genaue Gegenteil ist der Fall, wenn die Tasse wie eine Halbkugel geformt ist. Die Azul-Tassen von unserem heutigen Fotoshooting sind zwar verhältnismäßig groß, aber durch die Form ideal.

Du hast unzählige Titel auf unterschiedlichsten internationalen Wettkämpfen abgeräumt. Macht dich einer davon besonders stolz?

Ich denke, die Coffee Masters. Zum einen weil ich darauf am längsten hingearbeitet habe, und zum anderen, weil es mir am meisten Spaß gemacht hat. Dazu kommt, dass die Coffee Masters aus vielen unterschiedlichen Disziplinen bestehen. Das macht den Wettbewerb zwar anstrengend, sorgt aber eben auch dafür, dass er sehr prestigeträchtig ist.

War der Titel Initialzündung für deinen Aufstieg?

Aus heutiger Sicht war der wichtigste Faktor meines Erfolgs Social Media. Als Instagram noch ziemlich neu war, hat mir ein Freund stolz erzählt, dass ihm jetzt 1.000 Menschen folgen. Tja, ich habe die Wette angenommen … und gewonnen (lacht). Niemand hätte damals vermutet, dass es möglich wäre, mit Instagram Geld zu verdienen. In erster Linie hat es einfach Spaß gemacht. Bald kamen erste Anfragen, dann ein paar mehr … heute folgen mir über 70.000 Leute. Damit lässt sich einiges bewegen.

Nordamerika, Europa, Asien … dein Job hat dich um die ganze Welt gebracht. Wo schmeckt der Kaffee am besten?

Zu Hause, in Australien? Auch wenn die restliche Welt gerne überrascht reagiert: Wir haben mehr zu bieten als Kängurus. Wirklich. Kaffee war immer schon ein großes Thema und ist heute größer als jemals zuvor. Außerdem neigen Australier dazu, aus allem das Beste rauszuholen. Der Röster, der Barista … diese Kette setzt sich immer weiter fort und führt am Ende zu einem optimalen Ergebnis.

Wie steht’s um deine Erfahrung mit Kaffee aus Deutschland?

Deutscher Kaffee ist hervorragend. Ich würde sogar so weit gehen, dass einige der besten Röstungen, die ich jemals probiert habe, aus Deutschland kommen. Allerdings teilt sich Deutschland ein Problem mit vielen anderen großen Ländern dieser Welt: Der beste Kaffee ist nicht zwingend überall problemlos verfügbar. Wer allerdings ein wenig danach sucht, findet in Deutschland ganz außergewöhnlich guten Kaffee.

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